ARTE
ARTE Mi. 14.02.
Film

Taxi Teheran

Die Rechtsanwältin und Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotudeh fährt ein Stück im Taxi mit und scheint zu ahnen, dass sie zu einer Darstellerin in Panahis Film wird. ZDF
Regisseur Jafar Panahi (re.) fährt einen Schwarzmarkthändler (li.) mit seinen illegalen DVDs zu dessen Kunden. ZDF
Hana Saeidi, die Nichte des Regisseurs Jafar Panahi, soll für die Schule einen Film drehen. ZDF
Zwei Damen steigen in das Taxi zu, die -- einem alten Ritual folgend - einen Goldfisch an einer heiligen Quelle aussetzen wollen. ZDF

TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

Komödie IR 2015, 78′ - mit Jafar Panahi,

Kurzbeschreibung

Der Regisseur Jafar Panahi hat seiner kritischen Filme wegen im Iran ein 20-jähriges Berufsverbot erhalten. Was ihn nicht daran hindert, Filme zu machen. In seinem letzten spielt er sich selbst als Taxifahrer. Auf seinem Armaturenbrett hat er eine kleine Kamera montiert, mit der er seinen Alltag aufzeichnet: Zwei Fahrgäste streiten sich über die Todesstrafe, ein Schwarzhändler vertickert "illegale" Filme, die Nichte Panahis gerät bei ihrer filmischen Hausaufgabe an die Grenzen des im Mullah-Regime "Zeigbaren" ... Was zunächst wie eine Dokumentation wirkt, erweist sich als Kritik an einem Regime, das sich der Wirklichkeit verweigert.

Inhalt

Der renommierte iranische Regisseur Jafar Panahi hat aufgrund seiner kritischen Filme in seinem Heimatland ein langjähriges Berufsverbot erhalten. Seine Filme dreht er nun heimlich. In "Taxi Teheran" sieht man Jafar Panahi als Taxifahrer. Doch auf sein Armaturenbrett hat er eine kleine Action-Kamera montiert, mit der er seinen Alltag aufzeichnet: Zwei Fahrgäste geraten über die Frage der Todesstrafe in Streit; ein Schwarzhändler lässt sich von Panahi zu seinen Kunden fahren, denen er im Iran verbotene Filme verkauft; die Nichte Panahis soll für die Schule eine filmische Hausaufgabe gestalten und verzweifelt dabei an den von den geistlichen Führern vorgegebenen Regeln ... Aus den einzelnen Episoden ergibt sich das Bild einer Gesellschaft, in der es unter der oppressiven, staubigen Decke religiöser Vorschriften und Verbote gewaltig brodelt.

Hintergrund

Der Film wirkt zunächst beinahe wie eine Dokumentation: Panahi, dessen Haftstrafe und anschließendes 20-jähriges Berufsverbot weltweit Aufsehen erregt haben, spielt sich selbst als Taxifahrer; verschiedene Leute erkennen ihn. Die Bilder des Films kommen scheinbar ausschließlich aus der Action-Kamera auf dem Armaturenbrett und anderen im Bild sichtbaren Quellen, wie Handys oder digitalen Fotoapparaten. Doch je länger der Film fortläuft wird umso klarer, dass er sich als durch und durch inszeniert erweist. Die Geschichten der Fahrgäste machen - mal leicht im Ton und mal tragisch - bewusst, wie schwierig das Leben unter einem Regime ist, das sich in die privatesten Dinge einmischt und zugleich die Wirklichkeit und die Bedürfnisse der Menschen nicht sehen will. Bekannt wurde Jafar Panahi mit seinen Filmen "Der weiße Ballon" (Goldene Kamera in Cannes 1995), "Der Spiegel" (Goldener Leopard in Locarno 1997), "Der Kreis" (Goldener Löwe in Venedig 2000) und "Offside" (2006 Silberner Bär auf der Berlinale). "Taxi Teheran" ist der dritte Film seit Verhängung seines Berufsverbots. Zuvor realisierte er "Dies ist kein Film" (2011) und "Pardé" (2013).

Sendungsinfos

Darsteller: Jafar Panahi Regie: Jafar Panahi Drehbuch: Jafar Panahi Musik: Jafar Panahi Kamera: Jafar Panahi Produzent: Jafar Panahi Untertitel, Stereo

Programmhinweis

Sender Zeit Zeit Titel
ARTE Film
27.02.
27.02.
Taxi Teheran KOMÖDIE, IR 2015
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