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Rituale der Welt

Rituale der Welt - Äthiopien - Sprung ins Erwachsensein

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Rituale der Welt

Rituale der Welt - Äthiopien - Sprung ins Erwachsensein

Dokumentation

Die Gegend am Unterlauf des Omo-Flusses im südlichen Äthiopien liegt so abgeschieden, dass sich hier traditionelle Sitten und Gebräuche erhalten haben. Zu den acht großen Ethnien, die hier leben, gehören die Hamar. Sie leben in provisorischen Hütten, versprengt in der Savanne, und sind ein halbnomadisches Volk, das mit seinen Dörfern weiterzieht, immer dorthin, wo das Gras für die Herden am grünsten ist. Rinder haben einen wichtigen Stellenwert in der traditionellen Lebensweise der Hamar und spielen eine große Rolle bei ihren Riten. Die Anthropologin Anne-Sylvie Malbrancke darf bei einem Initiationsritus dabei sein. Bis jetzt wurde der 20-jährige Wale von seinem Stamm noch als Kind angesehen, doch nun ist er alt genug, um die Bewährungsprobe zu bestehen, die ihn zum Mann macht. Das Ritual, der sogenannte Bullensprung, ist gefährlich: Der junge Mann muss dreimal über die Rücken mehrerer nebeneinanderstehender Rinder laufen, die an den Hörnern festgehalten werden, ohne herunterzufallen. Beim Sprung muss er nackt sein, wie am Tag seiner Geburt. Wenn er scheitert, wird er von den Dorfbewohnern verspottet – und darf nicht heiraten. Die Hamar-Frauen zeigen sich mit den Männern solidarisch, indem sie sich auspeitschen lassen. Dieser gewaltsame Ritus ist heute im Land verboten; Regierungsvertreter besuchen die ländlichen Gegenden, um die Praxis der rituellen Auspeitschung zu unterbinden. Doch Khaya will ihrem Bruder Wale um jeden Preis ihren Mut beweisen und versteht nicht, warum die Regierung den alten Brauch verbietet. Die Narben auf ihrem Körper sollen den moralischen Bund zwischen Bruder und Schwester besiegeln.
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Linsen: Das Rezept gegen den Welthunger

Linsen: Das Rezept gegen den Welthunger

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Rituale der Welt - Bolivien - Fäuste für die Pachamama

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TV-Programm des deutsch-französischen Rundfunkveranstalters Association Relative à la Télévision Européenne. ARTE sendet ein Vollprogramm mit den Schwerpunkten Kultur, außergewöhnliche Dokumentationen, zeitgenössische Spielfilme sowie Musik- und Theaterproduktionen.

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26:10
Rituale der Welt DOKUMENTATION Äthiopien - Sprung ins Erwachsensein, F 2019
Die Gegend am Unterlauf des Omo-Flusses im südlichen Äthiopien liegt so abgeschieden, dass sich hier traditionelle Sitten und Gebräuche erhalten haben. Zu den acht großen Ethnien, die hier leben, gehören die Hamar. Sie leben in provisorischen Hütten, versprengt in der Savanne, und sind ein halbnomadisches Volk, das mit seinen Dörfern weiterzieht, immer dorthin, wo das Gras für die Herden am grünsten ist. Rinder haben einen wichtigen Stellenwert in der traditionellen Lebensweise der Hamar und spielen eine große Rolle bei ihren Riten. Die Anthropologin Anne-Sylvie Malbrancke darf bei einem Initiationsritus dabei sein. Bis jetzt wurde der 20-jährige Wale von seinem Stamm noch als Kind angesehen, doch nun ist er alt genug, um die Bewährungsprobe zu bestehen, die ihn zum Mann macht. Das Ritual, der sogenannte Bullensprung, ist gefährlich: Der junge Mann muss dreimal über die Rücken mehrerer nebeneinanderstehender Rinder laufen, die an den Hörnern festgehalten werden, ohne herunterzufallen. Beim Sprung muss er nackt sein, wie am Tag seiner Geburt. Wenn er scheitert, wird er von den Dorfbewohnern verspottet – und darf nicht heiraten. Die Hamar-Frauen zeigen sich mit den Männern solidarisch, indem sie sich auspeitschen lassen. Dieser gewaltsame Ritus ist heute im Land verboten; Regierungsvertreter besuchen die ländlichen Gegenden, um die Praxis der rituellen Auspeitschung zu unterbinden. Doch Khaya will ihrem Bruder Wale um jeden Preis ihren Mut beweisen und versteht nicht, warum die Regierung den alten Brauch verbietet. Die Narben auf ihrem Körper sollen den moralischen Bund zwischen Bruder und Schwester besiegeln.
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25:45
Rituale der Welt DOKUMENTATION Bolivien - Fäuste für die Pachamama, F 2019
Die Quechua sind ein Ackerbauernvolk im bolivianischen Hochland. Jedes Jahr im Mai versammeln sich Tausende von ihnen in der Ortschaft Macha, etwa 150 Kilometer von der Hauptstadt Sucre entfernt. Hier findet eines der spektakulärsten und härtesten Rituale Lateinamerikas statt: das Tinku. In mehr als 4.000 Meter Höhe trifft die Anthropologin Anne-Sylvie Malbrancke die Kallengeras, eine rund 60 Seelen zählende Quechua-Gemeinschaft. Der 34-jährige Landwirt Augustino nimmt dieses Jahr an seinem 15. Tinku teil. Dafür wird er sich einen todesmutigen Kampf mit den Männern der Nachbardörfer liefern. Das Tinku ist ein Fruchtbarkeitsritual in Form eines heftigen Kampfes. Das vergossene Blut gilt als Nahrung für die Erdgöttin Pachamama, die so für gute Ernten, fruchtbare Ehegattinnen und große Lama-Herden sorgt. Das Ritual ist ein direktes Erbe der Inkas, die vor mehr als 500 Jahren über dieses Gebiet herrschten. Schon damals wurden Zweikämpfe veranstaltet, um das Blut fließen zu lassen und die Göttin Pachamama zu „befruchten“. Dutzende von Dorfgemeinschaften aus allen Ecken von Altiplano kommen zur Eröffnungszeremonie des Tinku herbei. Alle sind Pachamamas Aufruf gefolgt, haben ihre traditionellen Kostüme angelegt und sich zu Fuß auf den Weg gemacht. Im Stadtzentrum von Macha drängen sich mehr als 8.000 Menschen zusammen. Sie alle machen vor der Kirche halt, um den Turm mit dem lokalen Bier Chicha zu begießen – ebenfalls als Teil des Fruchtbarkeitskults. Die Gemüter erhitzen sich, als die Kämpfe beginnen. Zwei bis drei Tage lang werden Augustino und die Männer tanzen, singen und trinken bis zum Umfallen – und vor allem kämpfen bis aufs Blut …
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52:17
Linsen: Das Rezept gegen den Welthunger PFLANZEN, D 2017
Linsen könnten das sein, was die Menschheit dringend braucht: ein echtes Ernährungswunder. Die anspruchslose Hülsenfrucht gedeiht nicht nur besonders gut in Trockenregionen; Linsenpflanzen haben außerdem die Fähigkeit, Stickstoff aus der Luft in ihren Wurzelknollen zu speichern. So düngt ihr Anbau auch auf natürliche Weise den Boden. Außerdem sind Linsen wahre Kraftpakete voller Mineralstoffe und Spurenelemente. Nimmt man die kleinen Hülsenfrüchte zusammen mit Getreide oder Vollkornreis zu sich, ergibt das ernährungsphysiologisch gesehen eine perfekt ausgewogene Mahlzeit. Denn Linsen enthalten rund 25 Prozent Protein. Wissenschaftler in aller Welt bemühen sich deshalb, Linsenpflanzen noch ertragreicher zu machen. Forscher züchten besonders robuste Sorten und auch extrem schnell reifende, die zusätzlich in die Fruchtfolge der Kleinbauern in armen Ländern hineinpassen. Die neuen Sorten werden außerdem so gezüchtet, dass sie noch mehr wichtige Nährstoffe wie Eisen und Zink enthalten. So sind Linsen auch ein Rezept gegen den versteckten Hunger, die Mangelernährung. Größter Anbauer von Linsen ist inzwischen nicht mehr Indien, sondern Kanada. Die Provinz Saskatchewan wird schon als „Linsenkammer der Welt“ bezeichnet. Kanadische Linsenpflanzen wurden so entwickelt, dass sie mit Maschinen zu ernten und zugleich resistent gegen Unkrautvernichtungsmittel sind. Das garantiert riesige Erträge. Doch gleichzeitig entwickelt sich gerade in den Ländern, wo die Menschen ganz besonders auf Linsen angewiesen sind, eine immer größer werdende Versorgungslücke. Die Arbeit der Linsenforscher ist daher ein Wettlauf gegen die Folgen des Klimawandels und des Bevölkerungswachstums.
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